Sandmann, lieber Sandmann …
Das Sandmännchen ist eine kleine Puppe, die in einer allabendlichen Fernsehsendung um ca. 19 Uhr, kleinen Kindern nach einem Kurzfilm das zu Bett gehen erleichtern soll. Der Sandmann erscheint und verstreut am Ende jeder Sendung seinen Traumsand, um den Kindern eine angenehme Nacht und wunderschöne Träume zu schenken.
Früher war es Tradition seinen Kindern vor dem Schlafen eine Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen und ist es auch heute noch. Radio- sowie Fernsehsender griffen diese Tradition nach der Kriegszeit wieder auf und das Sandmännchen wurde geboren.
Es wird meist in Form eines kleinen Mannes mit weißen Haaren, Bart und einer Zipfelmütze dargestellt und basiert auf den literarischen Aufzeichnungen von Hans Christian Andersen oder auch E.T.A Hoffmann.
Zu DDR-Zeiten gab es damals zwei unterschiedliche Sandmännchen, von denen jeweils eines im Ost und eines im West-Fernsehen ausgestrahlt wurde.
Zwar entsprachen diese beiden optisch fast dem gleichen Bild, doch selbstverständlich war für jeden Teil der Bevölkerung “ihr” Sandmann natürlich das Beliebteste. Die beiden Sendungen des Sandmännchens unterschieden sich hauptsächlich durch die darin vorkommenden Figuren.
Während in der Ost-Sendung Pittiplatsch und Schnatterinchen, sowie Herr Fuchs und Frau Elster dominierten, waren im Westen Piggeldy und Frederick, die beiden Schweine, oder auch die Augsburger Puppenkiste gefragt.
Für die Kleinen im Kindergarten wurde es zu einer der größten Identitätspersonen überhaupt, was leider auch arglosen Ausfragungen der Kinder seitens der DDR führte. Die Kinder wurden angehalten den Sandmann zu beschreiben oder zu zeichnen, woraufhin sehr schnell hervor ging, welches Fernsehprogramm im Elternhaus gesehen wurde.
Nach der Wende sollte der Sandmann 1990 in der ehemaligen DDR eingestellt werden, doch wurde nach sehr lauten Protesten seitens der Bevölkerung schon sehr bald wieder in das abendliche Programm aufgenommen. Auch als der damalige Sender seinen Betrieb einstellte, blieb das Sandmännchen den Zuschauern vollständig erhalten.
Das West-Sandmännchen verschwand langsam aber sicher aus Kostengründen von der Bildfläche und so blieben große Teile der Ost-Tradition erhalten.